88 Tage Carpe Noctem – Teil 2

Ben Esra telefonda seni bosaltmami ister misin?
Telefon Numaram: 00237 8000 92 32

88 Tage Carpe Noctem – Teil 2TraumlandIch hatte etwas herausgefunden. Diese Träume zeigten nicht die Erde. Ich hatte sie mit Aufzeichnungen aus der Schiffsbibliothek verglichen. Am ehesten glich die Landschaft dem Mars, nur das das Terraforming natürlich nur unter Glas funktionierte und das es nach wie vor eher ins Grün tendierte. Alles Orte, die ich auf Grund von zu viel UV Lichts nicht besucht hatte. Ich kannte sie nur von Bildern. Aber trotzdem war dieses allgegenwärtige rot in allem etwas, was mich an den Mars erinnerte. Auch war die Sonne anders. Ich hatte das Gefühl, sie wäre kleiner. Und dann war da noch etwas. Manchmal sah ich dort auch noch eine kleinere. Aber die war merkwürdig und immer von einem Schwarzen Ring umgeben. So bekam ich immer mehr die Vermutung, dass es sich um eine künstliche Umgebung handelte, aber wo kam sie her und wer erschuf sie?Auch in meinen Forschungen kam ich nur bedingt weiter, bis mir etwas auffiel. Wie von der Tarantel gestochen hetzte ich in den Schleusenraum. Beinahe hätte ich vergessen die ganzen Verschlüsse zu kontrollieren. Fünfzehn Minuten später stand ich in dem nun fünfzig Meter tieferen Schacht. Ringsum war die spiralförmige Zufahrt, von der ich bisher dachte, sie würde von den Robotern angelegt. Aber die gruben nur die Kugeln aus dem Schacht. Der Schacht bestand also schon vorher. Die Kugeln waren nachträglich hinein gefüllt worden. Oder passierte das noch immer?Ich begann zu rechnen. 60M ergab R = 30m * 30m *3*50m wirklich ganz grob sind 135.000 Kubikmeter. Sechszehn Container waren abgeschickt, weiteren fünf in meinem Schiff war bereits so gut wie voll. Plus noch einer oben auf der Ebene. In einen Container passten 10.000 Kubikmeter rein. Dieses Loch sollte eigentlich viel tiefer sein, etwa zwanzig Meter tiefer.Ich war noch mitten in den Gedanken, da hörte ich das Piepen des Funks. Ich ging nach oben und lass die Nachricht. Die Cooperation akzeptierte mein Angebot. Zudem boten sie mir die Station Carpe Noctem zum Kauf an, mit sofortiger Wirkung. Ich wusste, worauf das hinauslief. Danach war ich für die Vermarktung der Metalle selbst verantwortlich und alle auf dem Plato stehenden Transportraketen wurden Schweine teuer. Am Ende verdiente der Bergmann an einem Container nur noch das Tausendstel. Wenn also einem Bergmann eine Miene auf einem Asteroiden angeboten wurde, war die erstens ausgelutscht, zweitens würde der Transport unbezahlbar und am Ende landete der Mann mit einem maroden Schiffsfriedhof auf irgendeinem Mond und soff sich die Birne mit aus Leitungsöl gebranten Schnaps weg. Kaum einer dieser Männer war da älter als ich jetzt. Bergleute im All wurden nicht alt. Vielleicht bekam ich auch deshalb dieses Angebot. Der Unterschied zu denen war jedoch, dieses Schiff war neu. Mein Produkt war rein und die Mine war weit davon entfernt erschöpft zu sein. Ich würde hier in jeder Saison 80 Container Titan und dazu 20 Container Seltene Metalle raus ziehen können. Ich brauchte nur 40G Transporter. Eigentlich brauchte ich noch mehr. Ich würde Nanobots und Bergbaubots brauchen. Am Besten eine von diesen kleinen Produktionseinheiten aus Dark Site Luna. Aber die könnte ich den dortigen Bergmännern auch noch dort abkaufen. Ich funkte zurück, was ich noch alles verlangte und legte mich schlafen. Ich war mir ganz sicher, dass ich sie gesehen hatte. Sie war wie ein Geist durch meinen Traum gehuscht. Ich hatte schon seit eine Woche das Gefühl, dass ich im Traum beobachtet wurde. Aber es war nur ein Traum, wer sollte mich dort schon beobachten?Okay. Es war die zweite Hälfte einer langen Mission. In der Zeit fingen immer meine Träume an sich um nackte Frauen zu drehen. Ich war ein Mann im besten Alter und Single, der nur einmal im Jahr etwa Sex hatte, bezahlten Sex. Natürlich hatte ich davor auch Fantasien. Meist drehten sie sich um die letztmalige in der Hoffnung, sie nochmal zu treffen. Aber die Hoffnung wurde regelmäßig enttäuscht. Vierzehn Jahre war ich nun im All, das waren dreizehn Frauen in all der Zeit. Dreizehn Schwüre der Liebe für wenige Stunden. Ich wusste schon längst, dass es für mich keine geben würde. In keiner Version meiner Träume. Doch nun hatte ich diesen fremden Traum und darin wandelte dieses flüchtige Wesen, dass ich nicht wirklich greifen konnte. Es war so ganz anderes wie alles, von dem ich bisher geträumt hatte. Ich wusste noch nicht mal, warum ich überhaupt davon ausging, dass es weiblich war. Es war nur so ein Gefühl. Aufgewühlt von dieser Begegnung lief ich durch die Gänge der Station, vorbei an den Bildern meiner Vorgänger. Ich wusste nicht, was ich suchte, vielleicht ein Bild von ihr, aber das einzige, was ich sah, war die Landschaft. Immer wieder der Baum. Immer wieder die Wiese und dann auch später das Meer. Aber das weibliche Wesen sah ich nie. Erschöpft ging ich wieder zu Bett. Sie war mir nicht wieder erschienen. Es war nur wieder dieser sonnige Tag dagewesen und dieses Gefühl, von etwas beobachtet zu werden. Heute beschloss ich, dass es an der Zeit war, dem Schacht auf den Grund zugehen. Da die Station durch meine Vorgänger unzählige unnütze Tunnel Säle und kugelförmige Höhle hatte, beschloss ich erstmals den Aushub dort einzulagern. Alle Roboter setze ich für die Aufgabe ein. Schnell gewannen sie nun an Tiefe. Das Ende des Schachts war erreicht und unten war ein metallischer Boden eines Irisverschlusses. Definitiv und unwiderlegbar künstlich. Ich überlegte noch, wie er sich wohl öffnen ließe, da erfüllt ein Zittern den Schacht und die Iris öffnete sich ganz langsam. Sofort zeigten sich die wohl bekannten Metallkugeln, die sich durch die größer werdende Öffnung nach oben zitterteten. Als die Iris ganz geöffnet war, bewegten sich die Kugeln schneller und nur zehn Minuten später waren wieder fünf Meter hoch neu Kugeln im Schacht. Ich war fasziniert. Unter meinen Füßen gab edremit escort es eine technische Einrichtung, die diese Kugel herstellte. Und ich vermutete sehr stark, dass dort auch die Quelle meiner Träume lag. Ich fragte mich nur, wie ich da hinein kommen sollte. Ich sah auf den Grabungsroboter und dachte bei mir, du bist eigentlich Dumm. Die Dinger sind nicht nur zum Schaufeln gut. Die können auch festes Gestein bearbeiten. Die Kunstwerke der anderen, alle samt Reliefs, waren der Beweis. Jetzt brauchte ich nur noch den passenden Startpunkt. Ich entschied mich für zehn Meter höher als das jetzige Niveau. Zwei Roboter kommandierte ich dazu ab, einen Ringförmigen Erkundungsstollen anzulegen. Dann ließ ich diese und sechs weitere Sternförmig gerade Stollen ins Gestein treiben. Der Rest transportierte wieder Kugeln ab und sortierte sie noch Sorten. Ich legte mich wieder schlafen. Das war diesmal die erste Nacht, wo ich mich nicht einfach nur so durch den Traum treiben ließ. Ich hatte mal die Theorie gelesen, dass man auch aktiv seine Träume gestalten und Entscheidungen treffen konnte. Das probierte ich aus und zumindest in diesem Traum funktionierte es. Ich suchte Aktiv nach der Person, die mich sonst immer beobachtete. Im ersten Moment, in der ich sie sah, dachte ich, ich hätte eine weibliche Version von mir selber geschaffen. Strahlend weiß war ihre Haut und auch ihre langen Haare waren wir bei mir fast wie Glas ohne jegliche Pigmente. Doch dann hörte die Ähnlichkeit auf. Ihr Gesicht war deutlich länger als meines und auch ihre Finger waren feingliedriger. Ihre Augen waren in einem tiefen Rot, aber ihre Iris geformt wie bei einer Katze, war türkis.Sie lächelte und es wirkte unsicher, als wenn sie sich bewusst war, dass ich nicht zu ihrer Spezies gehörte und ihr trotzdem so sehr ähnelte. Dann sah sie traurig umher und schüttete den Kopf. Sie pflückte eine Blume und diese zerfiel in ihrer Hand. Ich überlegte, was sie damit ausdrücken wollte und musste daran denken, dass dies eine künstliche Welt war, eine Traumwelt. Hier war nichts echt. Von hier konnte man nichts mitnehmen. Ich stellte mich vor sie und hielt ihr meine Hand entgegen. Zuerst berührte sie diese vorsichtig, als hätte sie auch bei mir Angst, ich würde zerfallen, aber dann griff sie danach und zog sich bis in meine Arme und klammerte sich regelrecht an mich. Dann hörte ich ihre Stimme, die einen lieblichen Gesang ähnelte und aus der ich erst im zweiten Moment einer Sprache zuordnete. Ich konnte nur Interstandart und natürlich deutsch, aber für mehr Sprachen hatte es nie gereicht.Trotzdem meinte ich zu verstehen, was sie ausdrücken wollte. Ich hatte ein Gefühl von Einsamkeit und von Trauer und ganz am Ende von neuer Hoffnung. Als ich das erste mal meine Stimme benutze, spürte ich ihr erschrecken. Wurde ihr damit doch so richtig bewusst, wie anders ich war. Ich sprach sie mit der Sprache meiner Mutter an, schon alleine weil mir Interstandart zu grob und zu matschig klang. Deutsch vor allem mit meinem rheinländischen Akzent, mag jetzt nicht die schönste Sprache der Welt sein, aber es war die Sprache meiner Gefühle. Ich weiß eigentlich nicht mehr genau, was ich sagte. Aber ich versuchte ihr das Gefühl zugeben, dass nun alles gut würde. Als sie sich beruhigt hatte, führte ich sie zum Strand. Dort zeichnete ich mit meinem Finger die Sonne und die Planeten in den Sand. Dann malte ich zwei Männchen über die erste Kugel. Und zeigte auch mich und sie. Dann malte ich von mir eine Linie zum dritten Planeten und malte mich erneut dahin. Dann sah ich sie an. Sie starrte auf die Zeichnung und dann in den Himmel. Sie zog eine Linie zum Mars und malte sich selber darüber. Aber sie starrte trotzdem weiter auf meine Figur. Ich malte wieder, diesmal malte ich den Querschnitt der Station, so wie er sich heute darstellte. Ich begann mit dem Schacht. Dann malte ich meine Station daneben und den Ort, an dem mein Raumschiff stand. Dort malte ich wieder das Männchen hinzu. Sie sah auf die Skizze und schüttelte den Kopf und malte eine eigene. Der Schacht kam darin vor, dazu eine eigene Station, die daneben angelegt war. Aber alles lag in einer Art Krater. Und der größte Teil lag deutlich tiefer als meine Station und zwar unter meinem Schacht und da unten zeichnete jetzt sie sich ein, in einer großen Höhle. Dann legte sie sich zurück und lag ganz Starr. Ich nickte. So lag ich auch da, wenn wir in den langen Schlaf gingen.Ich legte mich dazu und lächelte sie an. Das letzte, was ich ihr sagte, bevor ich aufwachte, war: „Ich werde dich finden.“Im ersten Moment dachte, was für ein Traum. Das ist doch zu schön um wahr zu sein. Doch dann dachte ich daran, dass dort das wohl einsamste Wesen des Sonnensystems sein müsste. Ich konnte mir noch nicht mal vorstellen, was genau das für ein Gefühl war. Ich war zwar durch meine Andersartigkeit immer etwas isolierter gewesen als andere. Aber so richtig alleine war ich nie gewesen. Unten auf der Erde hatte ich eine Familie und Geschwister. Wenn ich einmal in 2 Jahren für ein paar Monate zu Besuch war, war immer einer da, der sich um mich kümmerte. Und am Wochenende irgendwie dann alle fünfzig. Ich hatte eine große Familie. Auch auf den Stationen war man in den seltensten Fällen alleine. In den Automatikminen war man dann alleine. Aber meist waren es nur drei bis fünf Monate, bis das Schiff beladen war und dann flog man auch schon wieder zurück. Und die Monate im Schiff verschlief man ja sowieso. Aber dieses Wesen war alleine. Und ich vermutete stark, dass es niemanden mehr von seinem Volk gab. Eine derartige Einsamkeit konnte ich mir wirklich nicht vorstellen.Ich ging zum Schacht und beauftragte die Roboter ihre Tunnelarbeiten in eine bestimmte Richtung zu lenken. Es dauerte nicht lange und sie bohrten die fremde Station an. Ein Zischen signalisierte, dass dort im Gegensatz edremit escort bayan zu meiner Druck herrschte. Ich hätte ihn bei mir auch wieder herstellen können, war mir aber unnötig gewesen. Ich ließ das Loch erst mal wieder verschließen. Ein Roboter brachte zwei Schleusen und wir bauten in den Gang eine Druckkammer ein. Ich war mir nicht sicher, ob die Luft für mich auf der anderen Seite atembar war. Erst als ich darin stand, ließ ich es von den Sensoren überprüfen.Etwas wenig Sauerstoff, etwa so wie hoch in den Bergen, aber im großen und ganzen Atembar, das war das Ergebnis. Ich ließ trotzdem den Anzug an. Ich fühlte mich da in der fremden Station sicherer. Da ich keinen wirklichen Plan der Station hatte, musste ich auf Zufall laufen und landete prompt in einer Sackgasse. Im Gegensatz zu meiner Station gab es hier kein Licht. Irgendwann gibt auch die letzte Glühbirne auf, waren meine Gedanken dazu. Nach einigem herum irren fand ich den zentralen Eingangsschacht dieser Station. Große Zahnriegel deuteten an, dass auch hier ein Fahrstuhl seine Dienste geleistet hatte. Und das wie auf meiner Seite wohl auch ein mittelgroßes Raumschiff drauf passte, war auch ersichtlich. An der Seite führte ein ebensolche Spirale in die Tiefe, wie sie auch im Schacht angelegt war. Ganz unten würde ich ihr Raumschiff, die Quelle der Metallkugeln und die Höhle mit den weiblichen Wesen finden. Nach drei Windungen war ich froh, den Roboter mitgenommen zu haben. Hier war ein gutes Stück der Wand ausgebrochen und in die Tiefe gestürzt. Der Roboter bohrte eine Umfahrung ins Gestein. Vier Stunden brauchte ich, um überhaupt die Sole des Schachts zu erreichen. Unten auf einer Plattform stand ein zerstörter Frachtraumer. Das Gestein der Ausbruchsstelle war nicht das einzige, was ihn getroffen hatte. Das es ein Frachtraumer war, war indes leicht zu erkennen. Bei aller Fremdartigkeit und Designvielfalt, die möglich war, landete man früher oder später immer beim praktischen und einfachen: Hinten Antrieb, in der Mitte Frachteinheiten, vorne Überlebenskapsel, in den meisten Fällen klein, spartanisch und nur das nötigste. Dieser Teil war scheinbar auch der einzige, der heile geblieben war. Der Rest lag unter einem Berg aus Gestein und Trümmern. Hier unten sah ich aber zum ersten mal so etwas wie Licht. Es kam aus zwei Gängen, die in unterschiedliche Richtungen führte. Ich wählte den, bei dem ich vermutete, die Höhle zu finden. Auf halben Weg versperrte erneut ein Einsturz den Gang. Erneut verlor ich eine Stunde, bis ich endlich in der großen Halle stand. Hier wucherte ein Dschungel, was mich tatsächlich überraschte. All die fremdartigen Bäume, Büsche und Sträucher, die ich auch im Traum immer sah, fanden sich hier, nur bei weitem nicht so aufgeräumt. Risse in der Kuppe und in der Mitte ein her ausgebrochenes Stück zeigten, dass auch hier der Zahn der Zeit genagt hatte. Ich fragte mich gerade, wie alt wohl das Wesen sein musste, wenn es hier die ganze Zeit gelegen hatte. Selbst wenn man im Kälteschlaf ruhte, altere man doch. Zwar langsamer, aber es war nicht zu verhindern. Der Geist des Wesens wirkte jung. Ob es sein Körper auch noch war? Auf der Erde wurden die geistig jungen Greise Ghosts genannt. Da ich nun auch schon ein paar dieser Langzeitflüge hinter mir hatte, war ich auch auf dem besten Wege einer zu werden. Bei ihr konnte das nun extrem ausfallen.Ich ließ von meinem Roboter eine Schneise durch das Unterholz schlagen. In der Mitte ragte ein Podium hervor, auf denen neben den Trümmer von der Decke einige Konsolen zu sehen waren. Als ich oben war, stellte ich fest, das fast alles zerstört war bis auf eine Kiste mit einer blinkenden Elektronik daneben. Auch hier steckte ein Stein drin.Ich schaute auf die Uhr und stellte fest, dass es an der Zeit war, die Nachtruhe zu begehen. Ich überlegte noch, ob ich hier ohne Helm schlafen sollte, aber ein Blick nach oben zeigte mir, dass die künstliche Sonne hier nicht untergehen würde. Sie hatte sich an einer geborstenen Schiene verkeilt. Der Anzug würde mich diese Nacht vor ihren Strahlen schützen. Sie wartete schon auf mich. Als ich in meinem Traum wie üblich unter dem Baum erwachte, schlug sie sofort die Arme um mich und es schien, als wollte sie mich nicht mehr loslassen. Ich ließ sie eine Zeit gewähren, bis sie sich etwas gefangen hatte. Dann gingen wir wieder an den Strand. Ich wollte ihr zeigen, dass ich den Ort gefunden hatte, wo sie lag, ihr realer Körper. Sie erschreckte, als ich von der Plattform nur eine Seite zeichnete. Sie zeichnete noch weiter, was sich unter dem Trümmerberg befunden haben könnte. Danach waren dort weitere fünf Einheiten begraben. Es dauerte etwas, bis sie Begriff, dass ich wissen wollte, wer sie waren. Sie malte etwas größere Strichmännchen neben ihres und zum Schluss zwei ganz große.Wenn ich das richtig deutete, dann war sie die jüngste Tochter einer Familie. Mit erschrecken viel mir auf, dass sie dann vielleicht nicht wusste, wie die übriggeblieben Konsole funktionierte. Ich schaute sie traurig an und nahm sie in den Arm. Wieder überkam mich bei ihr dieses bedrückende Gefühl einer all umfassenden Einsamkeit. In nur vierunddreißig Tagen musste ich mit dem Raumschiff starten und sie für weitere 88 Tage alleine lassen. Ich hatte keine Ahnung, ob sie wusste, wie lange sie schon hier war. Aber der Gedanke, sie zurück zu lassen, war beinahe unerträglich. Und dabei wusste ich erst ein paar Tage von ihr. Was sollte ich nur tun? Es wäre für mich erstaunlich gewesen, wenn es mir in dem Augenblick bewusst gewesen wäre, aber sie erahnte den Grund für meine Trauer. Wir waren zwei verschiedene Spezies aus unterschiedlichen Welten und trotzdem war ihr klar, was meine Mimik zu bedeuten hatte. Sie stand auf und reichte mir nun die Hand. Ich ließ mich von ihr hochziehen und sie führte mich zu einem escort edremit Teil des Traumlandes, wo eine kleine Kuppel stand. Darin war etwas, dass wie eine Leinwand aussah und an der Wand befand sich eine Konsole wie vor der Kapsel in der realen Welt. Sie drückte mich auf einen der Stühle und winkte Richtung Leinwand. Es wurde dunkel und es flammte ein Bild auf. Deutlich war an dem Material die Zeichen der Zeit zu erkennen, aber es zeigte immer noch genug. Das Plattform war zu sehen. Neben den Kapseln stand ein männliches Wesen, was deutlich untersetzter war als sie. Auch er hatte die uns unterscheidenden Gesichtszüge, aber seine Haut war braun. Insgesamt wirkte er einem normalen Menschen ähnlicher. Er schien die Funktionsweise der Kammern zu erklären. Aufmerksam verfolgte ich jeden Handgriff und kam bald zu der Stelle, wo der Stein in der Konsole steckte. Das, was ich an der Stelle sah, ähnelte einem Zeitgeber. Jetzt war mir klar, warum sie noch nicht viel früher aus der Kammer erwacht war. Ohne diese Einheit lief das System wohl aus Sicherheitsgründen weiter. Dann schien die Prozedur des erwecken zu folgen. Man sah den Knopf blinken, der auch bei der echten Konsole blinkte. Danach musste man zwei Regler in einem bestimmten Abstand nacheinander nach oben schieben. Und zum Schluss war noch ein Hebel an der Box selber, der umgelegt wurde und die Box sich wieder öffnen ließ.Als der Film zu Ende war, sah sie mich erwartungsvoll an. Ich nickte. Ich brauchte ihre Schrift nicht lesen können, ihre Sprache nicht sprechen, um zu verstehen, was der Mann getan hatte. Ich wollte aufstehen, da wurde es spontan dunkel und ein anderer Film schaltete sich an. Im ersten Moment wirkte es wie ein Werbefilm der Weltraumagentur und ich hatte das Gefühl, dass es genau das war. Im Hintergrund war der rote Planet zusehen, der nur wenige feuchte Stellen zeigte. Dann wurde eine Weltraumwerft gezeigt, wo viele der Wesen mit dem Bau von riesigen Raumschiffen Beschäftigten. Wieder ein anderes zeigte, wie Arbeiter Pflanzen und Tiere verluden. Wesen mit Koffern standen in Schlangen da, um an Bord der Schiffe zu steigen. Und dann flammte groß die runden Kugeln aus Metall auf. Aus Produktionsanlagen fielen sie in langer Kette heraus und dann kam der Schacht, den ich kannte. Oben war ein Schiff, das Ähnlichkeit mit meinen 40 G Transportern hatte. Es nahm die Kugeln auf und startete dann Richtung Mars. Dann wurde es wieder Hell. Was ich da gesehen hatte, das war ein Exodus. Ich stand vor der Konsole und fragte mich, ob es wirklich so gut war, sie zu wecken. Die Traumwelt war trotz der Gefahr, dass diese Kuppel endgültig zerbarst, ein sicherer Ort. Und ob ihr mein Ersatzanzug passte, sie die Luft im Anzug würde atmen können oder ob sie den Erweckungsprozess überhaupt überlebte, das konnte ich alles nicht voraussehen. Aber hatte ich eine andere Wahl? Ich stellte mir vor, ich wäre in ihrer Situation. Ich wäre Jahrhunderte in so einer Kammer eingesperrt, vielleicht Jahrtausende. Ich würde erweckt werden wollen, das war mir klar. Sie hatte mir den Film gezeigt. Hätte sie es getan, wenn ich nicht genau das jetzt hier tun sollte? Ich seufzt und drückte den Knopf. Ich zählte im Geist die Zeit ab, die ich bei den beiden Reglern warten musste. Dann trat ich an die Box und wollte an dem Hebel ziehen, doch der hing fest. Jetzt bekam ich Panik. Ich hatte doch alles genau so gemacht, wie es in dem Film gezeigt wurde; den Knopf gedrückt und die Schieber getimt. Jetzt musste nur noch die Kammer geöffnet werden. Ich hatte mir nicht gemerkt, wie es rückwärts ging, der Zeitgeber war ja sowieso vernichtet. Ein zurück würde es so schnell nicht geben. Aber wenn ich sie nicht aus der Kammer holen würde, wäre der Sauerstoff darin wohl bald verbraucht und ich hätte sie getötet. Ich drehte mich um und sah den Roboter, der wie eine Leibwache immer mit mir herum fuhr. Ich war echt blöde.Der Roboter hatte keine Probleme, den Hebel trotz des lauten Knirschen der verstaubten Mechanik umzulegen. Mit einem Zischen öffnete sich die Box, Nebel stieg hervor und erweckte den Eindruck eines Vampirfilms aus alter Zeit. Dann war der Blick frei auf ihre Gestalt. Ich wartete nicht lange und hob sie heraus und packte sie in den Anzug. Als der Helm geschlossen war, wurden auf dem Display die Vitalwerte angezeigt. Vieles war genau dort, wo es auch beim Menschen zu finden war. Ihre Lungen waren deutlich größer, dafür war der Verdauungstrakt kleiner. Sie besaß ein Herz, dass mit sehr langsamen Schlägen eine blutähnliche Flüssigkeit durch ihren Körper pumpte. Ob es ihr gut darin ging, konnte ich trotzdem nicht sagen, weil ich keine Vergleichswerte hatte. Das einzige, was ich mit Bestimmtheit sagen konnte, sie war so schön und jung, wie das Eigenbild, was sie von sich hatte. Was immer das für eine Kammer war, es war keine Schlafkammer. Ich ließ sie vom Roboter zu meinem Schiff tragen und drinnen trug ich sie mit Anzug in mein Bett. Dann wartete ich, dass sie ihr bewusst sein erlangte. Ich musste länger warten. Sie war noch da, die Traumwelt. Auch Sie war noch in ihr. Ich machte ein trauriges Gesicht, als ich zu ihr trat. Sie aber sah sich in ihrer Welt um, sie war jetzt nicht mehr so detailreich wie sonst. Es lag an der Entfernung zum Ursprung, zum Traumsender. Als ich bei ihr gelegen hatte, hatte ich Details von der Welt gesehen, die mir vorher immer entgangen waren. War das Meer zB von hier einfach nur glatt, sah man in der Kuppel Wellen ans Ufer schlagen. Sie sah mich fragend an. Ich machte eine Bewegung, als wenn ich ein Paket öffnen würde. Sie sah mich verwirrt an. Hatte sie vielleicht zu lange geschlafen, um begreifen zu können, wie erwachen ging? Traurig strich ich über ihre Wange und stockte dann. War es wirklich so einfach? Warum war mir das früher nicht aufgefallen. Die ganze Zeit hatte ich in diesem Traum keinerlei Körpergefühl. Ich hatte alles nur immer gesehen. Über glücklich, vielleicht eine Lösung gefunden zu haben, um armte ich sie und gab ihr einen Kuss. Noch bevor sie richtig wusste, was ich mit ihr getan hatte, versuchte ich, auf zu wachen.

Ben Esra telefonda seni bosaltmami ister misin?
Telefon Numaram: 00237 8000 92 32

Bir cevap yazın