Nachtbars in Alabama – Teil 04

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Amateur

Die Personen und die Handlung dieser Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, Etablissements oder lebenden bzw. verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Nachtbars in Alabama – Teil 4

1 Catherine Scott

Pamela war neugierig. Den Namen Mendez und ein ähnliches, aber viel jüngeres Gesicht hatte sie einmal in einem Foto unter den alten Briefen ihrer Mutter Catherine gesehen. War dieser Tony Mendez vielleicht mit dem ehemaligen, heimlichen Verlobten Luke Mendez ihrer Mutter verwandt?

Sie entschloss sich, sobald als möglich nach dem Interview durch den CID-Detektiv ihre Mutter anzurufen. Diese war mehr als überrascht, davon zu hören. Es lag ja auch schon bald zwei Jahrzehnte zurück. Natürlich war der Name Mendez nicht gerade selten, aber das zusammen mit der Ähnlichkeit des Mannes machte die Wahrscheinlichkeit höher. Catherine entschloss sich, nach Noiram zu fahren. Ihr Verlobter hatte Los Angeles als seine Heimat bezeichnet, aber dort hatte es nach seinem tragischen Unfalltod mehr als hunderte von registrierten Mexikanern namens Mendez gegeben — und viele Tausende mehr, die nicht registriert waren. Die Polizei hatte ihr keine Hoffnung gemacht, denn Tony Mendez hatte keine gültigen Papiere bei sich gehabt.

Pamela fand es romantisch — und sie fand diesen Tony auch ganz nett. Dazu kam noch ein Faktor, den sie nicht selber vor sich gerne zugab, der aber nicht zu unterschätzen war. Sie mochte die Mutter von Babs nicht, die immer so getan hatte, als wären sie und ihre Tochter etwas viel Besseres als Pamela und ihre Mutter Catherine. Britta Muller hatte es bei passender Gelegenheit nie versäumt, dezent aber für Eingeweihte unmissverständlich darauf hinzuweisen, dass Catherine es vor ihrer Hochzeit mit Tim Scott doch gleichzeitig mit einem Latino getrieben hätte — und Tim Scott nur den Ruf von ihr und ihrer unehelichen Tochter nachträglich durch die Adoption gerettet hätte. Babs hatte zwar nie in die Monologe ihrer Mutter eingestimmt, aber ihnen auch nie offen widersprochen.

Catherine hatte den verstorbenen Tim Scott zwar respektiert, ihn aber nie geliebt. Der Mexikaner Tony Mendez hatte es ihr damals angetan. Seine quirlige Art und sein schwarzes Haar sowie die dunklen, intensiven Augen hatten sie genauso bezaubert wie sein schlanker, graziler Körper. Das war etwas ganz anderes als die meisten grobschlächtigen, grobknochigen Farmer in ihrem Ort. Die weißen Bauernsöhne hatten nie etwas von der Welt gesehen und wollten das auch nicht. Dazu war es ein erhebendes Gefühl gewesen, einen Mann in ihren Armen zu halten, der bedeutend schmaler als sie war und der sie weder in der Größe noch in der Breite überragte. Im Gegenteil, er war einen halben Kopf kleiner, selbst wenn sie flache Schuhe trug. Für ihn war sie diejenige, die körperlich stärker war. Ihm war das auch bewusst — und er behandelte sie mit Respekt und Hochachtung, ohne dass es ihn störte.

Die anderen Männer in ihrem Ort, die kleiner oder auch nur annähernd gleich groß wie Catherine waren, hielten sich von ihr fern. Die Typen wollten auf keinen Fall kleiner oder gar körperlich schwächer erscheinen. So blieben hauptsächlich körperlich starke, stiernackige Kerle übrig, deren Gehirngröße in den meisten Fällen weit hinter den Maßen ihrer Körper zurückblieb.

2 Tony

Ich war ungeduldig. Da war ich nun endlich auf gleich zwei Spuren gestoßen, die mich interessierten und die ich verfolgen konnte — und nun musste ich zunächst für beide Fälle abwarten. Mir war klar, dass ich persönlich den Fall der Zuhälterei eigentlich nicht verfolgen sollte, aber wo kein Kläger, da kein Richter! Wer konnte denn im CID wissen, dass ich an Jomo Diallo auch ein persönliches Interesse hatte? Meine Schwester hatte es meines Wissens nie einer anderen Menschenseele außer mir gestanden, wie fatal sie dieser Jomo während einer Ausbildungseinheit gedemütigt hatte. So stark, dass sie ihre Absicht aufgegeben hatte, sich für die Army zu verpflichten.

Das andere war der Fall von meinem verschollenen Bruder. Die letzte bekannte Nachricht von ihm war die von seiner beabsichtigten Verlobung mit einer Catherine gewesen – leider ohne Angabe des Nachnamens seiner Verlobten in spe noch seiner damals aktuellen Adresse. Es hatte nur ein undeutliches Foto gegeben. Damals waren die Fotos per Handy noch verdammt unscharf und mit einer jämmerlichen Auflösung versehen gewesen. Das Handy und mein Bruder blieben verschollen. Das Gesicht von dieser Pamela Scott heute wies jedoch eine Ähnlichkeit mit dieser Verlobten auf, die nicht von der Hand zu weisen war.

Der Anreiz war da, die beiden Fälle in gewisser Weise zu verknüpfen. Diese Pamela Scott versuchte ich anzuheuern, um sie für die Überführung von Jomo Diallo als Zuhälter zu nutzen. Diesen Kontakt konnte ich gleichzeitig nutzen, um herauszufinden, woher sie kam und ob sie Verwandte hatte, die vielleicht mit meinem Bruder im Kontakt gestanden hatten. Sie rief mich noch an demselben Tag an, um mir zu sagen, dass ihre Mutter bahis siteleri mich gerne sprechen würde.

So trafen wir uns am Nachmittag in Noiram in einem Café. Die Ähnlichkeit mit dem Foto der fraglichen Verlobten in den Gesichtern der beiden war stark, kein Zweifel. Was mich hingegen stark überraschte, war der eklatante Unterschied in Größe und Körperform zwischen Mutter und Tochter. Pamela war bestenfalls durchschnittlich groß und ziemlich schlank, während ihre Mutter ein stattliches Vollweib war, deren Größe überdurchschnittlich war. Die Mutter war so eine Art faszinierende Skandinavierin, nur mit kastanienfarbenem, hochgebundenem Haar anstelle von blondem – und mit grünen Augen anstelle der nordisch blauen. Ich wusste natürlich nicht, wie sie vor knapp zwanzig Jahren ausgesehen hatte, als mein älterer Bruder verschwunden war, aber so wie sie heute aussah, strahlte sie eine unglaubliche Weiblichkeit im Sinne einer Mutter Erde aus. Wem das was sagt – so eine Art Amy Schumer oder Barbara Schönberger, aber mit rötlichbraunen Haaren. Ich muss zugeben, dass ich ein Faible für diese Art von starken Frauen habe.

Wenn sie eine Überraschung für mich war, so war ich anscheinend auch eine für sie. Sie starrte mich an, als ob ich ein Geist wäre. Vielleicht war ich das auch in einem Sinne. Man hatte mir immer gesagt, dass ich meinem viel älteren Bruder Luke ähnlich sehe. Mein Bruder musste damals um die 25 Jahre alt gewesen sein – und ich war jetzt 29. Gut möglich, dass sie ein Abbild meines Bruders in mir sah.

Ich wollte natürlich so viel wie möglich über den Unfall meines Bruders wissen. Einfach schon deswegen, weil die Vermisstenakte geschlossen werden konnte — und noch wichtiger — meine Eltern und meine Geschwister so wie ich endlich Gewissheit über sein Schicksal hatten. Er war jetzt rund 19 Jahre tot, aber das wusste ich erst seit heute sicher.

Gleichzeitig trieb ich auch meine andere Aktion voran. Ich unterstrich noch einmal, weshalb dieser Jomo Diallo unter Verdacht stand — und weshalb ich die Hilfe von Pamela Scott so schätzen würde. Das kam gut an, wenn ihre Mutter auch geschockt war, als sie das mit dem Club hörte. Sie horchte allerdings auch auf, als es über diese Barbara Muller ging. Hatte ich da einen Ansatz?

3 Catherine Scott

Catherine Scott war in der Tat regelrecht geschockt. Natürlich wusste sie, dass Luke seit 19 Jahren tot war. Sie wurde trotzdem das Gefühl nicht los, dass er ihr in der Gestalt von diesem Tony Mendez hier gegenüber im Café saß. Er war so ähnlich. Es war, als ob die Zeit stillgestanden hätte. Natürlich wäre Luke jetzt 19 Jahre älter und wäre ein gesetzter Mann. Klar, auch sie hatte nicht mehr das Gewicht und die Gestalt, als sie zwanzig Jahre alt gewesen war! Es war eher so, dass sie für jedes Jahr rund ein kg zugelegt hatte. Es war trotzdem so, als ob die Vergangenheit mit einem Schlag zum Leben erwacht war.

Es brauchte wirklich Kraft, um in das Jetzt und Hier zurückzukehren und nicht sich in ihre Erinnerungen zu vergraben. Diese Ähnlichkeit machte ihr aber zu schaffen. Unwillkürlich sah sie sich mit den Augen eines jüngeren Mannes um die dreißig und fand sich plötzlich unattraktiv. Es war schon mehr als ein Jahrzehnt her, dass sich ein Mann um sie bemüht hatte. Wie gesagt, in dem kleinen Kaff war sie eine Außenseiterin, weil sie trotz der Heirat mit Tim Scott als liederliche Schlampe galt, mit der ein weißer Herr mit einem gewissen Ansehen in der Gemeinde nichts zu tun haben wollte. Nur das, was man als ‚white trash’ bezeichnete, hatte mitunter Interesse gezeigt. Dafür war sie sich aber zu schade. Typen, die im Unterhemd herumliefen und in aller Öffentlichkeit Bier soffen, die konnte sie nicht gebrauchen. Seit Tim Scott gestorben war, lief es finanziell nicht so toll. Sie hatte zuletzt sogar als Reinmachefrau arbeiten müssen, weil sie als Verkäuferin nicht mehr akzeptiert worden war. Dafür sollte ihre Tochter es einmal besser haben, das hatte sie sich geschworen. Dafür setzte sie all ihre Ersparnisse ein.

Immerhin freute sie sich, dass sie nun Kontakt zu der Familie ihres ehemaligen Verlobten bekam. Noch mehr freute sie sich, dass Luke tatsächlich seiner Familie von ihr berichtet hatte. Und das, obwohl sie zunächst ihre Verlobung geheim gehalten hatten. Erst an dem Tag, an dem er verunglückt war, hatten sie es bekanntgegeben. Es war tragisch gewesen.

Etwas zögernd war sie nun auch einverstanden, dass Pamela diesem Tony Mendez in seiner Eigenschaft als CID-Detektiv half, diesen Jomo Diallo festzunageln. Zögerlich deshalb, weil es ihr gar nicht recht war, dass ihre Tochter in diesem Etablissement, diesem Nachtclub Incognito arbeiten sollte, wenn auch nur um diesen Mann zu überführen. Tony Mendez musste es ihr dreimal bestätigen, dass damit nicht nur eine Straffreiheit für Pamela gegeben war, sondern auch eine verdeckte Identität.

Catherine übernachtete in Noiram in einer kleinen Pension, um am nächsten Tag dem Tony Mendez die nötigen Unterlagen über den Tod von Luke Mendez zu beschaffen. canlı bahis siteleri In anderer Hinsicht waren Pamela und er sich einig darüber, Barbara Muller vorerst nicht über die engere Zusammenarbeit zwischen den beiden zu informieren. Catherine reichte es schon, dass sie nun wusste, dass die immer so prüde Tochter ihrer Intimfeindin Britta nun selber in einem Club ihre Vorstellung machte. Es war ihr eigentlich klar, dass diese Babs nicht den Mut aufbringen würde, dem ermittelnden Beamten zu helfen. Aber es reichte ihr, demnächst zu wissen, wenn sie Britta Muller traf, dass deren Tochter ohne ihr Wissen in einem Nachtclub eine Vorstellung absolviert hatte.

Sie hatte sich nicht vorstellen können, was ihre Tochter Pam ihr am nächsten Tag berichten würde und was daraus werden würde. Noch weniger hatte sie erwartet, dass sie eine Rolle darin spielen würde und auch Tony Mendez.

4 Tony

Einen Anruf von Pamela Scott schon am nächsten Tag hatte ich weiß Gott nicht erwartet. Zwei Tage danach wäre noch früh gewesen. So wie ich das kannte, gab es ein Vorstellungsgespräch und danach fing man frühestens am nächsten Tag zu arbeiten an in so einem Club. Daher war ich überrascht davon und noch mehr von dem, was sie mir vorschlug. Nach ihren Worten hatte dieser Jomo Diallo nach einem Disput diese Babs übers Knie gelegt und ihren Hintern so richtig rot gemacht. Sie hätte den Auftrag, ein Nachthemd für Barbara Muller aus der Mall zu holen. Nach ihrer Ansicht wäre es eine hervorragende Gelegenheit, diese Babs und den Jomo Diallo gemeinsam auf ein Foto zu bekommen. So ein Foto durch mich wäre der erste Schritt für eine Beweiskette.

Damit hatte sie zwar Recht, aber wenn ich dort auftrat mit einer Kamera, dann würde ich so auffallen wie ein bunter Hund. Das muss sie doch einsehen. Ein Mann konnte nicht einfach in ein Zimmer eindringen und ein Foto schießen. So lief das nicht. Das wäre eine Warnung mit Fanfaren für Jomo. Weitere Ermittlungen konnte ich mir danach sparen. Das leuchtete ihr auch ein. Der zweite Vorschlag verblüffte mich noch mehr als der erste. Ihre Mutter wäre wahrscheinlich bereit zu helfen, wenn sie in den Club hineinkäme, ohne ihren Namen angeben zu müssen. Ich könnte das als Detektiv arrangieren, wenn ich meinen Ausweis zeigte und ihre Mutter anonym ließe. Ein Zimmermädchen hätte unauffälligen Zutritt zu einem Zimmer und könnte unbemerkt ein Foto mit dem Handy oder einer kleinen Kamera machen. Sie konnte sich immer damit entschuldigen, dass sie nicht gewusst hätte, dass das Zimmer belegt war.

Diese Idee hat etwas für sich, auch wenn es noch kein schlüssiger Beweis war, so würde es doch zumindest etablieren, dass dieser Jomo Kontakt mit Mädchen aus dem Nachtklub hatte. Allerdings würde eine offizielle Ermittlung im Club sofort einen Anwalt des Clubs auf den Plan rufen, da war ich überzeugt.

Pamela modifizierte ihren Vorschlag und meinte ich sollte es doch wie der Jomo machen. Sprich, ich sollte als ‚Vermittler’ von ihrer Mutter auftreten und ‚Undercover’ ermitteln, so als ob ich nur ein ganz normaler Kunde wäre. Möglich war das schon, aber auch etwas halbseiden. Zudem die Bedingungen des Clubs ja nun auch nicht so ganz ohne waren. Skeptisch war ich daher, ob die Mutter von Pamela wirklich dazu bereit sein würde. Das erschien mir eher unwahrscheinlich. Ihre Tochter war auf einem renommierten College, da würde diese Catherine keinerlei Erfahrung als Zimmermädchen haben und schon gar nicht das Risiko haben, in einem Club erwischt zu werden.

In dieser Hinsicht täuschte ich mich allerdings, da ich hörte, dass Catherine Scott im letzten Jahr als Reinemachefrau gearbeitet hatte und auch keinen College-Abschluss hatte. Dabei wirkte sie durchaus sehr intelligent und sprachlich gewandt. Zu meiner Überraschung stimmte sie der Idee zwar nicht enthusiastisch zu, aber sie stimmte dem zu. Meine Güte, das war fantastisch. Vor zwei Tagen hatte ich mit der Idee einer Ermittlung über Jomo also angefangen und würde, wenn alles gut lief, bereits heute ein erstes Foto als Beweis haben. Das war sehr bemerkenswert!

Folglich meldete ich mich gemeinsam mit der Mutter von Pamela bei der Hotelmanagerin Krystle Grant an. Es lief erstaunlich reibungslos, wohl auch deshalb, weil Catherine Scott durch das richtige Vokabular zeigte, dass sie im Saubermachen genügend Erfahrung hatte. Katharina Scott akzeptierte den knielangen rosafarbenen Kittel und die dunklen Haftstrümpfe ohne sichtbare Reaktion. Es war so, als ob es ein ganz normaler Job sei, obwohl Krystle eindeutig auf die Umstände und die nicht seltenen Übergriffe der Kunden deutlich hingewiesen hatte. Zu meinem Erstaunen hatte Catherine Scott auch ohne Zögern die verlangten Bedingungen über obligatorische Pflichten mitunterschrieben, was die Managerin verlangte:

„Die Verpflichtung zum Einverständnis mit dem vierzehntägigen Check auf sexuell übertragbare Krankheiten ist hier zu unterschreiben. Dann die Verpflichtungserklärung für die zwingend erforderliche Angabe der Verhütungsmethode. Nicht alle sind güvenilir bahis bei uns zugelassen — sondern nur sichere. Sie brauchen auch einen Vornamen, der auf den Kittel gestickt wird. Was soll es sein? Ich nehme an, Sie haben sich das schon überlegt.”

Sie gab mit sicherer Stimme an: „Ab morgen die Spirale zur Verhütung und zusätzlich immer die Pille danach. Ich gehe nicht davon aus, dass ich das brauchen werde. Mein Name soll Chantal sein.”

Chantal? Das gefiel mir. Sie nahm die Kleidung und zog sich in dem benachbarten Zimmer um, während diese Krystle mir einen Mitgliedsausweis ausstellte. Sie bekräftigte noch einmal, dass dieser unter der Voraussetzung einer zumindest zweiwöchentlichen Beschäftigung für das Zimmermädchen galt.

Als sie wieder hereinkam, musste ich unwillkürlich zu ihr hinschauen. Der rosa Kittel saß ziemlich knapp und war auch relativ kurz, was offensichtlich Absicht war, denn Krystle nickte zufrieden. Ich war auch zufrieden, denn es gab mehr als zwei Handbreit von ihren fleischigen Schenkeln zu sehen und der Kittel spannte sich nett über ihren üppigen Hüften und dem ebenso großzügigem Busen und auch dem Bäuchlein. Das war eben ein richtiges Weib und kein Hungerhaken! Leider würde sie mich wohl als zu jung ansehen…

5 Catherine Scott

Catherine hatte am nächsten Tag nur zögernd dem Werben ihrer Tochter nachgegeben, sich doch auch an der Hilfe für den Detektiv zu beteiligen. Klar, sie würde ihm nicht Steine in den Weg legen. Er war immerhin der Bruder ihres ex-Verlobten. In einer anderen Welt wäre er vielleicht ihr Schwager geworden. Das war richtig, aber sie wusste auch um die Gefahr einer weiteren Verschlechterung ihrer Reputation. Ihr von Tim geerbtes, kleines Haus war das einzige echte Vermögen, was sie besaß. Wenn aufgrund dieser Geschichte Mobbing in ihrem Heimatort einsetzen würde, hätte sie einen schweren Stand, das Haus überhaupt verkaufen zu können. Wer würde so etwas kaufen, wenn er nicht ortsansässig war?

Das war aber nicht der einzige Punkt, der sie irritierte. Sie hatte sich von Pamela erzählen lassen, wie es dort bei der Einführung zuging. Das Thema der Übergriffe hatte sie unruhig werden lassen. So etwas wollte sie nicht erleben! Dazu noch Fragen über Schwangerschaftsverhütung und Geschlechtskrankheiten! Pah, die Themen hatte sie die letzten dutzend Jahre nicht mehr gebraucht. Leider war ihr Partner inzwischen der Vibrator geworden. Falls nötig, würde sie einfach behaupten, dass sie die berühmte Pille danach hätte und bei einer Fortsetzung (die sie partout NICHT wollte) auf die Spirale setzen würde, falls es obligat wäre.

Irgendwie wurde sie auch den Eindruck nicht los, dass Pamela diesen Tony ganz nett fand. Das war noch ein zusätzliches Konfliktpotential. Sie hatte keine Lust zur Einmischung, aber sie konnte sich auch nicht von der Hilfe lösen, wenn das Pam so am Herzen lag.

Nicht zuletzt war es arg irritierend, einen Mann vor sich zu sehen, der ihrem Verlobten so ähnlich sah. Bewusst konnte sie sich hundertmal sagen, dass Luke jetzt anders aussähe. Das Bild von dem 25jährigen Mann war nun einmal fest in ihr Gehirn eingebrannt und Tony entsprach diesem Bild sehr stark.

Sie gab schließlich nach, bestand aber darauf, dass sie nur das Zimmermädchen spielen würde, um ein Foto zu machen. Etwas anderes kam für sie nicht infrage. Natürlich würde sie ihrer Tochter helfen, aber nicht um jeden Preis.

6 Tony

Zum Beginn gab es noch das kleine Hindernis, sich erst einmal mit Pamela zu treffen. Natürlich hatten wir vereinbart, dass sie nicht bei der Vorstellung bei dieser Krystle mit dabei war. Dann kam das nächste Problemchen, weil Pamela sich nicht mehr daran erinnern konnte, genau welches Zimmer es gewesen war, in dem sich Barbara und Jomo befunden hatten. Das resultierte in einer Suche, wo wir alle drei an verschiedenen Türen horchten oder versuchten, durch das Schlüsselloch zu blicken.

Und wie es ist, man kann nicht nur Glück haben. Murphy’s Law erweist sich immer wieder als richtig. Wenn man etwas sucht, dann ist es grundsätzlich in der letzten Schublade oder wie in diesem Fall hier, im letzten Flur. Kaum hatten wir es geschafft, mit der Untersuchung des letzten Flures anzufangen, da kam ein dunkelhäutiger, breitschultriger Mann so um die 50 um die Ecke. Pamela schien ihn zu kennen — und keinen Wert auf seine Gesellschaft zu legen. Sie verschwand blitzschnell um die nächste Ecke. Er grinste und sprach Catherine mit deutlichem Lallen an:

„Hi, meine süße Putzfee. Bischt du nisch soo alleine? Komm’ mal her, du geiles, weißes Llluder!”

Sie hatte sofort einen panischen Blick und drehte sich hilfesuchend zu mir herum. Da war sofortige Aktion nötig. Das Zimmer, wo ich an der Tür gehorcht hatte, war anscheinend leer. Also musste ich eine Ablenkung veranstalten.

„Tut mir leid, der Herr. Das Zimmermädchen Chantal macht schon das Bett für mich in diesem Zimmer und lässt mir ein Bad ein. Und ich glaube nicht, dass sie so schnell wieder frei sein wird…”

Ich streckte ihr meine Hand entgegen und lächelte den Brocken von Mann freundlich an. Nur nicht einen lauten Konflikt heraufbeschwören! Das würde den Jomo alarmieren, der hier irgendwo auf dem Flur in einem der Zimmer sein musste. Leider spielte der Typ nicht so mit, wie gedacht. Er kam drohend heran:

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